Kurzantwort
Drei vorhandene NEMA23-Motoren, zwei günstig erworbene TB6560-Steuerplatinen und mein Interesse an LinuxCNC waren 2021 offenbar Grund genug, über eine weitere CNC nachzudenken.
Als Basis sollte die Openbuilds C-Beam CNC dienen. Allerdings war schon zu Beginn klar, dass ich die Konstruktion nicht unverändert übernehmen wollte.
Ausgangslage
Schon vor dem Bau der letzten CNC habe ich immer wieder mal auf die Openbuilds C-Beam CNC geschielt. Allerdings war mir von Anfang an bewusst, dass diese CNC zu klein ist für das, was ich damit eigentlich vorhabe.
Nun hatte ich zufällig noch einen Schwung NEMA23-Motoren hier liegen und ich bin über eBay sehr günstig an zwei TB6560-Steuerplatinen gekommen.
Da ich schon immer Interesse an einer CNC-Steuerung mit LinuxCNC hatte, kam mir das gerade recht.
Aber was sollte damit denn nun gesteuert werden?
Die Idee nimmt Form an
Meine bisherigen CNC-Maschinen sind beide mit einem Arduino Uno und passendem CNC-Shield als Steuerung ausgestattet.
Da ich aber nun zufällig diese drei NEMA23-Motoren hatte und die TB6560-Platinen auch nur maximal drei Motoren ansteuern konnten, fiel mein Blick wieder auf die Openbuilds C-Beam CNC.
Welch ein Zufall, dass hier auch nur drei Motoren benötigt werden.
Also ging es direkt los mit der Planung der CNC.
Der geplante Aufbau
Vom Grundaufbau ist die C-Beam recht einfach aufgebaut. Im Gegensatz zur Teileliste bei Openbuilds habe ich alle Profile, die nur für den Rahmen benötigt werden, bei Dold bestellt.
Einzig die C-Beam-Profile habe ich bei VSLOT Poland gekauft.
Die Z-Achse wird ein verkleinerter Nachbau der Openbuilds OX CNC. Dafür hatte ich noch ein 2040-V-Slot-Profil hier liegen.
Bei der X-Achse war mir schnell klar, dass ich diese nicht nur mit einer C-Beam Gantry XL aufbauen wollte. Hier bin ich beim Stöbern auf die Openbuilds Sphinx CNC aufmerksam geworden.
Die CAD-Dateien waren frei verfügbar, also habe ich mich dazu entschlossen, die Platten für die X-Achse auf meiner Shapeoko 2 zu fräsen.
Die Y-Achse
Die Y-Achse ist der eigentliche Schwachpunkt der C-Beam CNC. Dies habe ich aber vorerst einmal außer Acht gelassen und mir bei AliExpress die passende Build Plate bestellt.
Hierzu einige Anmerkungen.
Es gab damals in Europa einige Shops, die verschiedene Platten aus dem Openbuilds-Universum verkauften. Die Verfügbarkeit war allerdings nicht immer besonders gut.
Auch RatRig in Portugal bot entsprechende Teile an. Bei der benötigten Build Plate standen für mich damals jedoch vor allem die Gesamtkosten im Vordergrund:
- RatRig: 35,49 €
- AliExpress: 15,91 €
Da es sich hier um ein Hobby handelt, war ich durchaus bereit, die längere Wartezeit für den Versand aus China in Kauf zu nehmen.
Diese Preise und Bezugsquellen entsprechen natürlich dem Stand von 2021.
Die erste Platte
Und wie geht es nun weiter?
Die erste Platte für die X-Achse ist fertig!

Leider ging diesmal nicht alles so reibungslos, wie ich mir das gewünscht hatte.
Der Tag ging damit los, dass sich mein Laptop verabschiedet hat. Die interne Grafik ist defekt!
Eine Reparatur lohnt sich in dem Fall leider nicht mehr. Also musste ein kleines Netbook herhalten, was aber auch ganz gut funktioniert hat.
Zwischenstand
Damit waren die ersten Entscheidungen für die neue Maschine gefallen: C-Beam als Grundlage, eine angepasste Z-Achse, eine von der Sphinx inspirierte X-Achse und LinuxCNC als geplante Steuerung.
Und vor allem war das Projekt nicht mehr nur eine Idee. Das erste selbst gefertigte Bauteil lag bereits auf der Werkbank.
Empfehlung
Gerade beim CNC-Eigenbau muss eine vorhandene Konstruktion nicht unverändert übernommen werden. Die verschiedenen Openbuilds-Konzepte boten hier eine gute Grundlage, aus der sich die für meine Anforderungen passenden Lösungen kombinieren ließen.
Dass vorhandene Motoren und zufällig günstig erworbene Steuerplatinen am Ende zum Bau einer kompletten Maschine führen können, sollte man allerdings bei der Bevorratung von Werkstattteilen berücksichtigen.
Technik verdient Klarheit.