Kurzantwort

Es war schon eine ganze Weile her, dass ich mir eine kleine Emco Unimat SL gekauft hatte.

Der Grund für diesen Kauf war eigentlich ziemlich kurios: Für eine meiner CNC-Maschinen wollte ich eine vierte Achse bauen. Dafür benötigte ich eine Welle, die ich zunächst sogar mit meinem Ender 3 gedruckt hatte.

Durch irgendeinen Zufall kam ich anschließend an die kleine Drehbank.

Und irgendwann stellte sich die Frage:

Warum eigentlich nicht auch die Unimat auf CNC umbauen?

Eine Drehbank wartet auf Arbeit

Lange stand die kleine Unimat anschließend in der Garage auf der Werkbank.

Über einige Versuche hinaus war mit ihr allerdings noch nicht besonders viel passiert.

Da ich von mir behaupten konnte, recht passabel mit QCAD und Fusion 360 umgehen zu können, lag mir das Zeichnen und Konstruieren ohnehin mehr als das klassische „Freihanddrehen“.

Hier musste dringend Abhilfe geschaffen werden.

Wenn man also nicht frei drehen möchte, sondern das Ganze lieber steuern will, steht wohl oder übel ein Umbau der Drehbank an.

Und genau das nahm ich schließlich in Angriff.

Wie kommen die Motoren an die Drehbank?

Zuerst stellte sich natürlich die entscheidende Frage:

Wie in aller Welt bekomme ich die Motoren an die Drehbank?

CNC-Conversion-Kits für die Unimat gab es durchaus, für mich waren passende Angebote damals allerdings nicht ohne Weiteres in Europa verfügbar.

Damit fiel diese Variante zunächst aus.

Auf Thingiverse fand ich anschließend eine Druckvorlage für entsprechende Bauteile.

Bei genauerer Betrachtung zeigte sich allerdings schnell ein Problem: Die vorgesehene Konstruktion für die X-Achse ließ für mich keine sinnvolle Montage des Antriebsriemens erkennen.

So wollte ich das jedenfalls nicht umsetzen.

Also selbst konstruieren

Für die Z-Achse fehlte außerdem noch das passende Gegenstück zur Befestigung.

Auch dafür fand sich zwar ein Modell auf Thingiverse, dieses war für meinen geplanten Aufbau jedoch nicht brauchbar.

Damit blieb eigentlich nur eine Lösung:

Die benötigten Teile selbst konstruieren.

Nach einigem Trial and Error war es schließlich geschafft.

Die Motoren waren montiert.

Von der Theorie zum ersten Werkstück

Bis dahin war der Umbau natürlich vor allem Theorie gewesen.

Also musste ein praktischer Test her.

In Fusion 360 konstruierte ich dafür ein einfaches Bauteil.

Etwas Messingrundmaterial befand sich glücklicherweise ebenfalls noch in meinem Fundus.

Das Testmodell sah so aus:

Nun konnte sich zeigen, ob aus den konstruierten Motorhaltern und dem Umbau tatsächlich eine CNC-gesteuerte kleine Drehbank geworden war.

Der erste Test

Den praktischen Versuch hatte ich damals in einem kurzen Video festgehalten:

https://vimeo.com/739256950

Damit war die Unimat erstmals nicht mehr nur eine kleine konventionelle Drehbank auf meiner Werkbank, sondern ein echtes CNC-Umbauprojekt.

Ergebnis

Der entscheidende Schritt dieses Projekts war weniger das erste Testteil selbst als der Weg dorthin.

Vorhandene Lösungen hatten für meinen Aufbau nicht funktioniert. Statt die Idee deshalb aufzugeben, entstanden die fehlenden Komponenten als eigene Konstruktion.

Genau dabei ergänzten sich wieder mehrere Verfahren und Werkzeuge:

CAD für die Konstruktion, 3D-Druck für die benötigten Bauteile und schließlich die kleine Unimat für den praktischen Test.

Rückblick

Was ursprünglich mit der Suche nach einer Welle für eine vierte CNC-Achse begonnen hatte, führte schließlich zu einer CNC-gesteuerten Emco Unimat SL.

Nicht unbedingt der direkteste Weg.

Aber vermutlich wäre der direkte Weg auch deutlich langweiliger gewesen. 😄

Technik verdient Klarheit.