Kurzantwort

Nach einigen Wochen mit meiner nächsten CNC und reichlich Aluminium wollte ich endlich wieder ein anderes Projekt zum Abschluss bringen.

Die bereits im Vorjahr begonnene Cigar Box Guitar lag noch im Regal. Korpus und Griffbrett waren vorbereitet – nun sollten Hals, Kopfplatte, Elektrik und die letzten Details folgen.

Ausgangslage

Ich hatte vor einigen Jahren schon einmal eine Cigar Box Guitar gebaut. Das Ergebnis war damals eigentlich in Ordnung, die Intonation eher weniger.

Bei dieser Gitarre hatte ich bereits im Vorjahr die Zigarrenkiste auf der CNC bearbeitet und das Schallloch sowie den Ausschnitt für den Pick-up vorbereitet.

Auch das Griffbrett war schon gefräst und bundiert.

Warum das Projekt anschließend erst einmal im Regal gelandet war, wusste ich inzwischen selbst nicht mehr so genau. Vermutlich waren Hals und Kopfplatte schuld, die damals nicht ganz meinen Vorstellungen entsprochen hatten.

Daran hatte sich zwar seltsamerweise nichts geändert – aber diesmal war genug Schwung da, das Projekt trotzdem anzugehen.

Hals und Kopfplatte

Im ersten Schritt habe ich Griffbrett und Hals verleimt. Danach kam die Kopfplatte an die Reihe.

Die Mechaniken sitzen leider etwas höher, als es mir gefällt. Klang und Funktion beeinträchtigt das allerdings nicht.

Später fiel mir außerdem auf, dass der Gitarrenhals insgesamt noch zu dick geraten war. Also ging es noch einmal an die Werkbank und der Hals wurde mit dem Schweifhobel angepasst.

Ganz fertig war er damit noch nicht, aber bereits deutlich besser als in der ursprünglichen Version.

Pick-up und Klinkenbuchse

Der Pick-up war schnell montiert. Schwieriger war die Frage:

Wohin mit der Klinkenbuchse?

Die Zigarrenkiste besteht aus Zedernholz und besitzt eine beachtliche Wandstärke von fast einem Zentimeter.

Also wurde kurzerhand im CAD eine passende Buchsenplatte gezeichnet und aus 3 mm POM gefräst. Dahinter kam eine 22-mm-Bohrung, in der die Klinkenbuchse ausreichend Platz fand.

Passt!

Die ersten Töne

Die Saiten waren anschließend schnell aufgezogen und die Cigar Box Guitar gestimmt.

Akustisch klingt sie etwas dünn – über den Verstärker dagegen sehr genial.

Ein paar Eindrücke:

Und natürlich gab es damals auch noch einen kurzen quick and dirty-Soundcheck – den Schrecken jedes Gitarrenverkäufers. 😁

Der ursprüngliche Beitrag enthielt dafür einen eingebetteten SoundCloud-Player.

Zwischenstand

Die Gitarre war damit spielbar, aber noch nicht endgültig fertig.

Vor allem der Hals sollte in den folgenden Tagen noch etwas weiter optimiert werden, bis die Cigar Box Guitar meinen Vorstellungen entsprach.

Empfehlung

Gerade bei Projekten, die längere Zeit im Regal liegen, muss nicht alles neu begonnen werden. Oft reicht ein frischer Blick – und etwas Motivation –, um die Stellen zu lösen, an denen man vorher festhing.

Und falls die Werkstatt nach einigen Wochen Aluminiumspänen etwas eintönig wird: Ein bisschen Holz dazwischen schadet offenbar nicht.

Technik verdient Klarheit.